Europa kann nicht nur mehr, sondern Europa muss noch mehr können. Denn im Jahr 2010 wird Europa umgeben sein von vier Weltmächten: USA, Russland, China und Indien. Die Menschen dieser vier Staaten erheben allesamt ihren Anspruch auf Wohlstand.
Schon heute müssen sich die 457 Millionen Europäer gegenüber 290 Millionen US-Amerikanern, einer Milliarde Inder und 1,3 Milliarden Chinesen behaupten. Während die Europäer ihre Vorstellung von globaler Verantwortung in die Verhandlungen um ein weltweites Regime zur Stabilisierung des Weltklimas einbringen, geht in China jede Woche ein neues Kohlekraftwerk mit einer Gigawatt Leistung an das Stromnetz. Die US-amerikanische Regierung verweigert seit Jahren die Umsetzung des Kyoto-Protokolls. Keine Zeit für ein multilaterales Vorgehen?
China und Indien sind mit der Bewältigung ihres Bevökerungswachstums befasst. Mehr als die Hälfte der Bürger Indiens sind heute jünger als 20 Jahre. Für China wird ein Bevölkerungswachstum in einem Zeitraum von 10 bis 15 Jahren, von 500 bis 700 Millionen Menschen erwartet was der Größe von 70 mal London entspricht. Nicht zu Unrecht geht das Bundeswirtschaftsministerium von einer global wachsenden Energienachfrage um 50 Prozent bis zum Jahr 2030 aus. Das Bevölkerungswachstum in Europa hat sich unterdessen stark verlangsamt. Am wenigsten Kinder werden in Deutschland geboren.
Sonntag, 3. Dezember 2006
Wie wird Europa zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt?
SCHLUSSFOLGERUNGEN DES VORSITZES
EUROPÄISCHER RAT (LISSABON)
23. UND 24. MÄRZ 2000
Der Europäische Rat ist am 23.-24. März 2000 in Lissabon zu einer Sondertagung zusammengetreten, um für die Union ein neues strategisches Ziel zu vereinbaren und damit Beschäftigung, Wirtschaftsreform und sozialen Zusammenhalt als Bestandteile einer wissensbestimmten Wirtschaft zu stärken.
(...)
Die Union hat sich heute ein neues strategisches Ziel für das kommende Jahrzehnt gesetzt: das Ziel, die Union zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen - einem Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu erzielen. Zur Erreichung dieses Ziels bedarf es einer globalen Strategie, ...
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